Immer weniger Bewerber?
17. Mai 2011Keine Kommentare
Eigentlich dient ein Speed-Dating ja der Partner-Suche. Man lernt einen potenziellen Partner fürs Leben für einige Minuten kennen und schon folgt der nächste. Am Ende der Veranstaltung stehen zahlreiche Kurzgespräche und viele Eindrücke. Wen man nun genauer kennen lernen möchte, das teilt man dem Veranstalter mit. Ist der jeweils andere gleicher Meinung, dann kommt es zu einem Austausch der Kontakt-Daten. Und wie ist das beim Azubi-Speed-Dating?
So prophezeit es Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gegenüber der “Bild”-Zeitung. Grundlage der Schätzung sind die bis Mai 2008 abgeschlossenen Ausbildungsverträge, die erfahrungsgemäß rund ein Drittel aller Verträge des gesamten Jahres repräsentieren. Setzt sich der positive Trend fort, würde erstmals wieder seit 2001 das Angebot an Ausbildungsplätzen die Nachfrage übersteigen. Das Werben der Ausbildungsbetriebe um den besten Nachwuchs wird damit immer mehr zu einer “Marketingschlacht”. Um sich erfolgreich zu positionieren bietet azubister seinen Unternehmenspartnern ein zielgruppenaffines Umfeld, um sich und ihr Ausbildungsplatz-Angebot authentisch und direkt in der Zielgruppe zu präsentieren.
Dass auch Behörden sehr innovativ bei der Wahl ihrer Methoden sein können stellt die Gemeinde Katlenburg-Lindau eindrucksvoll unter Beweis. Hier wird die Auswahl des richtigen Azubis durch einen Diplom-Psychologen unterstützt. Sicherlich eine interessante Option den Kandidaten im Hinblick auf ihre Ausbildungsreife auf den Zahn zu fühlen. Wie gut die Entscheidung dann tatsächlich war oder ist und was der Psychologe dazu beitragen konnte werden wohl die kommenden Jahre zeigen. Vielleicht verrät es uns die Gemeinde Katlenburg-Lindau zu gegebener Zeit.
Nachdem wir unsgestern mit der Forderung nach einem Grundrecht auf Ausbildung beschäftigt habe, bin ich heute über ein interessantes Interview mit einem Ausbilder bei BMW gestolpert, der mal kurz und knapp darlegt, was Ausbildungsbetriebe eigentlich von ihren (potentiellen) Azubis erwarten. Neben akzeptablen Noten und einem fundieretn Schulwissen stehen vor allem soziale und emotionale Kompetenzen im Vordergrund, die einfach grundlegend notwendig sind, damit ein Betrieb den Bewerber überhaupt ausbilden und fördern kann. Versäumnisse an dieser Stelle können nicht mit einem Grundrecht auf Ausbildung auf dem Rücken der Unternehmen ausgeglichen werden.