Konkurrenzkampf um qualifizierte Auszubildende

Mehrere Einflüsse werden zukünftig dazu führen, dass sich der Konkurrenzkampf um qualifizierte Auszubildende immer mehr verstärken wird. Schuld daran sind zum einen der soziodemographische Wandel und zum anderen der Wandel zur Wissensgesellschaft, der eine immer bessere Qualifikation der jungen Menschen erfordert. Das Ergebnis ist, dass es zukünftig immer schwieriger werden wird geeignete Auszubildende zu finden.

Wie können Unternehmen also potenzielle Azubis auf sich aufmerksam machen und sie anziehen? Hierbei sind besonders die Fragen, welche Anforderungen jungen Menschen an einen Arbeitgeber stellen und welche Wege sie nutzen, um sich über einen Arbeitgeber zu informieren, wichtig. Genau diese Fragen beschäftigten mich in meiner Diplomarbeit.

Attraktive an der Zielgruppe orientierte Arbeitgebermarke

Einen Ansatz bietet das Employer Branding, mit Hilfe dessen der Aufbau einer attraktiven, an der Zielgruppe orientierten Arbeitgebermarke bezweckt wird. Durch die Identifikation der Einflussfaktoren der Arbeitgeberwahl von potenziellen Azubis können die Positionierungsfelder einer starken Arbeitgebermarke, also was einen Arbeitgeber für Azubis besonders attraktiv macht, herausgefunden werden. Denn nur wenn sich Unternehmen an den Vorstellungen der Azubis orientieren und ihre Vorteile klar kommunizieren, kann eine Arbeitgebermarke erfolgreich sein.

Daher wurden in einer Studie 525 Schüler zu ihren Anforderungen an einen Arbeitgeber befragt. Daraus konnten die zehn wichtigsten Faktoren abgeleitet werden:

Präferenzen Wahl des Ausbildungbetriebes

Im Ergebnis konnten vor allem die Faktoren „Akzeptanz und Wertschätzung“, „Sicherheit“ und das „Arbeitsklima eines Unternehmens“ als besonders wichtig für die Schüler identifiziert werden. Auch Aspekte wie ein „geregeltes Arbeitsleben“ sowie der „Berufseinstieg und die Entwicklungschancen“ und die „Identifikation mit dem Unternehmen“ haben für Schüler eine besondere Bedeutung.

Aspekte wie die Reputation eines Unternehmens und der Standort stellten sich hingegen als weniger wichtig für potenzielle Auszubildende heraus.

Auffällig ist, dass sich lediglich kleine Unterschiede in der Beurteilung der Wichtigkeit der einzelnen Faktoren zwischen den befragten Schulabschlüssen Haupt-, Realschule und Gymnasium ergeben.

Über die Studie

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersuchte Nadja Kölbl den Einfluss der Medien und die Präferenzen Jugendlicher bei der Wahl ihres Ausbildungsbetriebes. In einer 3-teiligen Serie stellen wir Ihnen ausgewählte Ergebnisse der Diplomarbeit vor. Möchten Sie über weitere Beiträge informiert werden können Sie Updates hier per E-Mail bestellen.

Teil 1: Was Auszubildende von einem attraktiven Arbeitgeber erwarten

Teil 2: Wie informieren sich Schüler über einen Arbeitgeber?

Teil 3: Empfehlungen für Ausbildungsbetriebe

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5 Kommentare

  1. Was erwarten Ausbildungsbetriebe: Als selbstverständliche Tugend wird immer erwartet Ehrgeiz und den Willen zum Lernen, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Engagement für das Unternehmen, Ehrlichkeit und Disziplin bei der Arbeit, sowie die Servicebereitschaft für Kunden.

    Gepflegtes Äussere, gute Umgangsformen, nicht sichtbar gepierct oder tätowiert.

  2. Wertschätzung wichtiger als Sicherheit… erstaunlich! Ich hätte auch gedacht, dass Reputation und Standort noch stärker gewichtet werden (als z.B. Identifikation). Interessante Studie und Zusammenfassung, danke. LG, Andreas

  3. Erstaunt mich auch. Die Sozialkompetenz, der Umgang mit Einander ist der wichtigste Faktor für Arbeitnehmer während die Kreativität das Schlusslicht ist.

    Der gute Ton scheint immer wichtiger zu werden im Zeitalter der Globalisierung.

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